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Amsterdam wurde im Februar zum Hotspot für alle, die auf große Opern und natürlich Richard Wagner stehen. Vom 19. bis 22. Februar kamen über 200 Musik- und Opernbegeisterte zum Internationalen Kongress zusammen – eingeladen von der Wagner-Vereinigung der Niederlande. Im Zentrum: die Delegiertenversammlung des weltweiten Dachverbands RWVI. Hier ging’s nicht nur um Berichte, sondern um echte Zukunftsentscheidungen – strategisch, finanziell und strukturell. Kurz gesagt: Wie machen wir den Verband fit für die nächsten Jahre? Die Eröffnungsrede hielt der niederländische Bildungs- und Kulturminister Gouke Moes. RWVI-Präsident Harry Leutscher und Stiftungs-Geschäftsführerin Stephanie Kollmer gaben Updates aus ihrer Arbeit. Außerdem stellte Dirk Jenders den aktuellen Stand der geplanten Satzungsreform vor – die soll 2027 in Nizza offiziell beschlossen werden.


Next Stops: Nizza, Barcelona, Stockholm

🇫🇷 Nizza 2027

Von 28. Januar bis 1. Februar 2027 trifft sich die Wagner-Community an der Côte d’Azur. Auf dem Programm:

  • Sinfonisches Konzert „The Metamorphoses of the Lied“ mit dem Philharmonischen Orchester Nizza
  • Werke von Mahler und Wagner
  • „Tristan und Isolde“ im Opernhaus
  • Kulturprogramm, Ausflüge & ein Trip nach Monte Carlo

Klingt nach Oper mit Meerblick.

🇪🇸 Barcelona 2028

Vom 21. bis 23. Januar 2028 geht’s ins Gran Teatre del Liceu. Geplant ist „Die Walküre“ (Regie: Tobias Kratzer, Musikalische Leitung: Jonathan Nott). Weitere Programmpunkte folgen.

🇸🇪 Stockholm 2029

2029 heißt es dann: Wagner in der schwedischen Hauptstadt.


RWVI 2029: Wachstum statt Stillstand

Ein großes Thema in Amsterdam war der Zukunftsplan „RWVI Future Proof“. Die Message ist klar: Der Verband will wachsen – und moderner werden.

Geplant sind unter anderem:

  • Neue Ortsverbände, auch in Kooperation mit Universitäten und Musikhochschulen
  • Ein internationales Netzwerk für aktuelle und ehemalige Bayreuth-Stipendiaten
  • Mehr Zusammenarbeit mit Opernhäusern und Goethe-Instituten
  • Digitale Angebote
  • Ein „Lehrstuhl Richard Wagner“
  • Ein künstlerisch-wissenschaftlicher Beirat

Kurz: mehr Struktur, mehr Vernetzung, mehr Sichtbarkeit.

Damit das funktioniert, braucht es eine stabile Finanzierung. Der Mitgliedsbeitrag pro Ortsverbandsmitglied wird daher von 2 € auf 3,50 € erhöht. Im Gegenzug entfällt die bisherige Kongressgebühr von bis zu 95 € pro Person. Transparent, kalkulierbar und langfristig tragfähig – so der Plan.


Kultur, Kunst & echtes Amsterdam-Feeling

Neben den offiziellen Meetings hatte die niederländische Wagner-Vereinigung ein starkes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Kulturelles Highlight: „Tristan und Isolde“ an der Niederländischen Nationaloper – in der Inszenierung von Pierre Audi.

Wer Lust auf Stadt & Geschichte hatte, konnte:

  • das Rijksmuseum besuchen
  • ins Van Gogh Museum gehen
  • eine Grachtenrundfahrt machen
  • zur Zaanse Schans mit ihren ikonischen Windmühlen fahren
  • oder das historische Dampfpumpwerk De Cruquius entdecken

Abends wurde im stylischen nHow Amsterdam RAI beim Empfang und Gala-Dinner genetworkt – Gäste kamen aus ganz Europa, Island, den USA und sogar Südafrika.


Zum Abschluss: Wagner & die Niederlande

Ein kleines Symposium widmete sich Wagners Einfluss auf die Niederlande. Prof. Hartmut Haenchen sprach über seine Zusammenarbeit mit Pierre Audi beim Amsterdamer „Ring“, Leo Cornelissen über Aufführungspraxis, Leo Samama über Wagners Impact auf Kunst, Literatur und Musik. Musikalisch begleitet wurde das Ganze von ehemaligen Stipendiaten – natürlich mit Wagner pur.

Fazit: Vier Tage voller Musik, Visionen und internationaler Community-Vibes.

Thomas Winiarski