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"Musiktheaterpädagogik ist eine Abteilung der Staatsoper Hannover, die nicht einmal auf die Webseite der Oper passt, weil die Bezeichnung so lang ist". So berichtet schmunzelnd Tamara Schmidt, Leiterin dieser Abteilung, beim monatlichen Jour fixe des Richard Wagner-Verbandes in Hannover.

Was verbirgt sich wirklich hinter der Arbeit dieser relativ neuen Einrichtung am Opernhaus? Eine von vielen Fragen, die unser Vorstandsmitglied Christian Schütte stellt und was die vielen Mitglieder des RWV interessiert. Mit der Gründung der Jungen Oper wechselte die Kulturvermittlerin in das Leitungsteam am Opernhaus, wo sie bereits als Regieassistentin und Hospitantin in der Dramaturgie tätig war. "Das Aufgabenspektrum ist vielfältig und kein Tag ist wie der andere", weiß Tamara Schmidt zu berichten. Neben der Unterstützung von Lehrern mit Unterrichtsmaterial, und zwar zu den laufenden Produktionen, liegen Ihr nicht nur die Projekte mit den Grundschülern und Gymnasiasten am Herzen, sondern auch solche mit Haupt- und Förderschülern. Teilweise mit Schülern, die aufgrund von Lehrermangel noch nie Musikunterricht in ihren Schulen wahrnehmen konnten.

Aktuelle Stücke und Inszenierungen werden gemeinsam mit den Schülern erarbeitet, so zum Beispiel für die laufende Produktion von "King Arthur". Selbst den "Außenseiter", von dem man nie eine Begeisterung für Oper erwartet hätte, kann man in solchen Projekten integrieren. Eine Leistung, auf die Frau Schmidt zu Recht stolz ist.

Besonderheit am Opernhaus sind auch die sogenannten "Clubs", in denen jeweils 20 Jugendliche unterschiedlicher Altersklassen über ein Jahr an das Thema Oper herangeführt werden. Besonders hebt Frau Schmidt das "Ohr-Labor" hervor, in dem Jugendliche auch selbst komponieren und weißt darauf hin, dass als nächstes Projekt: "Wie klingt Hannover?" ansteht.

"Am Geld darf der Zugang zur Oper nicht scheitern", so Schmidt. Das ist natürlich in den Ohren der Wagner Freunde gern gehört, war es doch Richard Wagner selbst, der den "Freien Eintritt" zu seinen Opern forderte, was der RWV für seine Stipendiaten in Bayreuth auch verwirklicht hat.

Den teilweise erschreckenden Zustand des Musikunterrichts an unseren niedersächsischen Schulen, kann die Abteilung von Tamara Schmidt natürlich nicht gänzlich auffangen, auch wenn das Team bis in die Region agiert. Eine sehr rege Diskussion unter den Mitgliedern zeigt, dass die Förderung junger Menschen in der heutigen Zeit ein sehr wichtiges Anliegen ist, aber auch, dass hier Kulturschaffende, Mäzenatenvereine und der Kultus gemeinsam agieren müssen, mit Unterstützung der entsprechenden Sponsoren. Ein Thema, das nicht nur vom Titel her jede Webseite "sprengt".

Thomas Winiarski

Mehr Informationen auf der Seite der Staatsoper Hannover:
Musiktheaterpädagogik

Tamara Schmidt

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