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Dokumentation zu "Die Meistersinger von Nürnberg"

Es war einmal in einer norddeutschen Großstadt, bekannt durch Industriemessen und den Fußballverein 96, da berief eine weise Findungskommission Hans-Peter Lehmann zum Intendanten der Niedersächsischen Staatsoper Hannover, die als edles Bauwerk die Stadtmitte beherrscht.

Aufgewachsen in dieser Stadt hatte er das Regie-Handwerk bei guten Meistern erlernt, vor allem bei Wieland Wagner, der die Werke seines Großvaters von Kitsch und nationalsozialistischer Verfälschung befreite und sie durch aussagestarke, abstrahierte Bühnenbilder und präzise Personenführung auf ihre Kernaussage zurückführte und für das Publikum nachvollziehbar und erlebbar machte.

Hans-Peter Lehmann erfüllte loyal und integer die Aufgabe nach Wieland Wagners Tod im Jahr 1966 dessen Inszenierungen an den bedeutendsten Opernhäusern und den Bayreuther Festspielen 'frisch' zu halten, dabei schaffte er aber auch den Spagat, beginnend in Ulm, eigene Inszenierungen zu erarbeiten.

Fußend auf all diesen Erfahrungen übernahm er freudig das schöne Opernhaus von Hannover und diese Freude übertrug er auf alle Gewerke, das künstlerische Personal und sogar auf die Verwaltung.

Die Verfasserin dieser Zeilen ist keineswegs so einfältig zu meinen, dass früher alles besser war, sondern sie hörte, wenn sie als Gast an anderen Opernhäusern, über die das Regisseur- und Dramaturgen-Theater schon hereingebrochen war, sang oder inszenierte, von den unglücklichen Kollegen: "Ja, Du lebst ja in Hannover auf einer Insel der Seligen!"

Als im alten Rom Kaiser Augustus starb, endete sein 'goldenes Zeitalter'. Hans-Peter Lehmann aber beschert nach seiner Zeit als Intendant den vielen Theatern rund um die Welt, wo er als Gast inszeniert, für die Probenwochen eine 'goldene Zeit.'

Am Samstag, 26. Mai 2012, erlebten die Musikfreunde des Richard Wagner-Verband Hannover eine Dokumentation des 'Theaters für Niedersachsen Hildesheim' über die Entstehung einer 'Meistersinger'-Inszenierung.

Respekt vor dem Dichter-Komponisten, genaue Kenntnis des Werkes, gekonnte Arbeitsdisposition, feurige Begeisterung, die sich auf die mitwirkenden Amateure im Extrachor und der Tanzgruppe genauso wie auf die Gäste und das Ensemble übertrug, der sympathische GMD, Werner Seitzer, der (wo gibt es das heute noch!) selbst am Klavier saß und korrepetierte und Lehmanns hohe Kunst der Menschenführung wie auch die warmherzigen Äußerungen der Mitwirkenden ließen die Mitglieder des Richard Wagner-Verband Hannover miterleben, dass - wenn der rechte Geist weht -  ein rundum beglückender Theaterabend entstehen kann.

Marie-Louise Gilles

 

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